Gießener Anzeiger zur Sitzung vom 18.09.2007:

"Ortsbeirat Stiefkind des Magistrats"
Rödgener Gremium einig: Kein Interesse an Umsetzung der Anträge für den Stadtteil GIESSEN- RÖDGEN (kg).

Ob es die Sanierung des Backhauses, die Leitplanke an der Friedrich- Ebert- Straße oder die eingeschränkten Sprechzeiten in der Verwaltungsstelle im Stadtteil sind: SPD Vertreter und auch Elke Victor von der FW schilderten in der Sitzung des Ortsbeirates Rödgen am Dienstagabend deutlich ihre negativen Empfindungen zum Verhältnis mit der Stadtregierung: Der Magistrat habe kein Interesse daran, die Anträge für Rödgen umzusetzen.

"Im neuen Glanz" erstrahle das Backhaus nach einer Sanierung, für die 25000 Euro aufgewendet werden, schrieb der Magistrat den Rödgener Bürgervertretern. Dafür sei keine vernünftige Renovierung möglich, mutmaßte Jürgen Becker (SPD), und beklagte, in dieser Legislaturperiode erfahre er die "schlechteste Behandlung", seit er Mitglied des Gremiums sei. "Der Ortsbeirat ist das Stiefkind des Magistrats", es sei eine "einzige Enttäuschung, mit diesem Magistrat zusammen zu arbeiten". Elke Victor regte wie bereits in der Vergangenheit schon ein Treffen aller Ortsbeiräte mit dem Oberbürgermeister an, um die Probleme zu besprechen.

Einigkeit herrschte innerhalb des Gremiums bei der Abstimmung alle vorgelegten Anträge. So soll der Magistrat unverzüglich berichten, welche Maßnahmen zur Schaffung angemessener Trainingsbedingungen für die Jugendmannschaften des TSV Rödgen im Winterhalbjahr 2007/2008 vorgesehen sind. Zwei Jahre beschäftigt das Thema den Ortsbeirat.

Verärgert äußerte sich Ortsvorsteher Dieter Geißler (SPD) darüber, dass er erst am selben Tag per Fax die Information über die eingeschränkten Sprechzeiten der Verwaltungsstelle von der Stadtverwaltung erhielt, als diese schon in den Zeitungen zu lesen war. Er bereits Informationen erwartet, als der Verwaltungsstellenleiter ausschied. Geißler will nun wissen, wann die Stelle des Leiters besetzt wird. Befürchtungen, dass die örtliche Verwaltung nicht wieder besetzt werde, zerstreute Stadtrat Egon Fritz.

Zu Protokoll gab Dieter Geißler seine Frage, wieso der Magistrat "die Unwahrheit" zur grundhaften Erneuerung der Bärner Straße gesagt habe, auch die Bürgersteige seien sind in die Baumaßnahme einbezogen. Ein Bürger habe die Notwendigkeit der umfangreichen Baumaßnahme angezweifelt und die großzügig angelegte Bushaltestelle kritisiert. Auch die Frage von Jugendlichen nach einem Jugendtreff in Rödgen gab Geißler an den Magistrat weiter, und ergänzte, welche Überlegungen zur Jugendarbeit im Stadtteil der Magistrat angestellt habe.

Das Angebot der Kirche, den Jugendlichen einen Raum zur Verfügung zu stellen sei zwar genutzt worden, doch mittlerweile sei dieser wider geschlossen, weil einige Jugendliche Veranstaltungen wie LAN Partys zum Alkoholkonsum genutzt hätten, berichtete Ursula Seipp, die dem Kirchenvorstand angehört. Im Ortsbeirat war man sich einig, dass eine Betreuung der jungen Leute sichergestellt werden muss. Schon im April habe man im Sozialausschuss über die Jugendbetreuung in den Stadtteilen gesprochen, zitierte Jürgen Becker aus einem Zeitungsbericht.