Gießener Allgemeine zur Sitzung vom 12.06.2007:

Ortsbeirat wünscht kombinierten Rad- Fußweg

Auf Einigung zwischen Buseck, Fernwald und Gießen hingewiesen - Senioren über Geburtstagsveröffentlichung informieren

GIESSEN- RÖDGEN (bl). "Das ist ein abschreckendes Beispiel dafür, wie Bürgernähe nicht verstanden werden sollte." Mit scharfen Worten kritisierte der SPD- Fraktionsvorsitzende im Rödgener Ortsbeirat, Jürgen Becker, die gegenwärtige Praxis, mit der Geburtstage Rödgener Bürger in den Tageszeitungen veröffentlicht werden. Wer erwähnt werden wolle, müsse nämlich extra auf der Verwaltungsstelle erscheinen, um einen entsprechenden Antrag zu stellen. Gerade für ältere Bürger sei das problematisch. Die SPD fordert daher den Magistrat auf, künftig alle Personen ab dem 70. Lebensjahr frühzeitig anzuschreiben, auf eine mögliche Veröffentlichung in der Presse hinzuweisen und ein Antwortformular beizulegen.

Die Leute würden nicht verstehen, warum sie plötzlich von der Stadt ignoriert werden, pflichtete Ursula Seipp (SPD) bei. Und auch Elke Victor von den Freien Wählern (FW) fand es auffällig, dass aus Rödgen fast kein Geburtstagskind mehr in der Zeitung stehe. Stadtrat Dr. Reinhard Kaufmann verwies allerdings darauf, dass die Datenschutzbeauf- tragte bereits Bedenken angemeldet habe.
Die beiden Vertreter der CDU bemängelten überdies einen zu großen Verwaltungsauf- wand. "Jeder mündige Bürger kann das doch wie früher selbst und direkt bestimmen. Dazu braucht es keine Verwaltungsstelle", sagte Christoph Thiel (CDU). Gegen die Stimmen der CDU wurde der Antrag schließlich angenommen.

Auch eine Radwegverbindung von Rödgen nach Gießen beschäftigte am Dienstagabend die Bürgervertreter während ihrer Sitzung. Damit solle ein erhebliches Gefährdungspotential für die Radfahrer behoben werden. Die drei Kommunen Buseck, Fernwald und Gießen hätten sich bereits auf den Ausbau eines Radweges entlang der B49 nach Gießen geeinigt, heißt es in der Begründung. "Der Ortsbeirat wünscht die Realisierung eines kombinierten Rad- Fußweges von Rödgen entlang der L 3126 mit Anschluss an die B49", lautet nun der unmissverständliche und einmütige Auftrag an die Stadt.

Auskunft erbat sich der Ortsbeirat auf SPD- Antrag darüber hinaus, inwieweit die Straßenschäden zwischen Rödgen und Großen- Buseck (L 3126) sowie zwischen Rödgen und Trohe (K 31) inzwischen ausgebessert seien. Diese zu beseitigen, war bereits vergangenen Oktober beantragt worden.


SPD fordert Hundetoiletten in Rödgen


Wenn er mit seinem Enkel im Schiffenbergerweg Richtung Canon spazieren gehe, könne er ihm anhand der "Bäh- Häufchen" das Zählen beibringen. Anschaulich machte Werner Döring (SPD) deutlich, dass es dringend geboten sei, spezielle Behälter mit Hundekot- tüten im Schiffenbergerweg, im Burgwiesenweg, an der Kreuzung "Grüne Lunge", an der Ecke Helgenstock - Udersbergstraße und am Friedhofsweg aufzustellen. Zwar würden manche Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner aufsammeln, diese dann jedoch in gewöhnliche Abfalleimer werfen. Dies sei aber genauso eine Verschmutzung, zumal die Vögel die Kotreste dann aus den Behältern zerren würden. Bei einer Enthaltung fand auch der Vorschlag mit den Kottüten seine Zustimmung.

Abgelehnt wurde dagegen ein Antrag der FW, die Stadt möge für die Einrichtung einer Wasserentnahmestelle im Haushaltsplan 2008 Mitte in Höhe von 6000 Euro einstellen. Ein erster Antrag, der den doppelten Betrag vorsah, war zuvor schon vom Magistrat abgelehnt worden, weil das Vorhaben "zu kostenintensiv" sei. Werde nun nur noch die Hälfte gefordert, lasse sich das Projekt ohnehin nicht realisieren, waren sich die Ortsbeiratsmitglieder einig.

Wenig Diskussionsstoff barg wiederum der Antrag der SPD- Fraktion, den Spielplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus Rödgen umgehend umzugestalten und für einen adäquaten Ersatz für die im vergangenen Jahr dort entnommenen Spielgeräte zu sorgen. "Ich werde in dieser Sache ständig von jungen Müttern angesprochen", betonte Becker.

Die ungenügende Trainingssituation der Schüler- und Jugendmannschaften des TSV Rödgen bedürfe ebenfalls einer Lösung, so der SPD- Fraktionsvorsitzende. Der Magistrat solle daher prüfen, welche aktuellen Kosten für eine Beleuchtung am Bolzplatz anfallen würden. Außerdem müsse vor Ort mit den Fachämtern erörtert werden, wie sich der Trainingsbetrieb wirksam verbessern und finanziell unterstützen lasse.

Außerdem teilte Ortsvorsteher Dieter Geißler (SPD) mit, dass am 1. September ein Waldspaziergang geplant sei, zu dem die Bevölkerung herzlich eingeladen werde. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr auf dem Sportplatz.