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SPD Gießen-Rödgen.

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11.09.2010, 08:30 Uhr - 18:30 Uhr Busfahrt nach Miltenberg und Kloster Engelberg mit Stadt- führung und Schiffs- rundfahrt
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Mit dem Aberglauben ist es so eine Sache. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der sein dreizehntes Monatsgehalt zurückgegeben hätte.
[Fritz Muliar (*1919), österreichischer Schauspieler, Regisseur und Autor]

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Rödgener Geschichte und Heimatmuseum :

Lage und urkundliche Hinweise



Am Rande des Busecker Tals, etwa fünf Kilometer nordöstlich vom Gießener Stadtzentrum entfernt, liegt der Stadtteil Rödgen, der seit 1971 zu
Gießen gehört. Von hier hat man einen wunder- baren Blick über das Busecker Tal und das Gießener Becken.



Die erste urkundliche Erwähnung Rödgens ist strittig. Einerseits könnten Dokumente aus dem 8. Jh. auf die Siedlung hinweisen, andererseits liefert erst eine Urkunde von 1326 einen schlüssigen Beweis für die Existenz des Dorfes. Rödgen war lange Zeit ein geteiltes Gemeinwesen.

Während das alte Pfarrhaus und die aus dem 13. Jh. stammende Kirche zur Erzdiözese Trier gehörten, war der nördliche Teil des Dorfes mit der sogenannten Burg dem Erz- bistum Mainz zugehörig.
Jene »Burg« ist im Übrigen nichts anderes als ein ummauerter adeliger Wohnsitz. Politisch gehörte Rödgen im 14. Jh. zu den »Ganerben« des Busecker Tales, die für sich die reichsunmittelbare Gerichtsbarkeit beanspruchten, und sich erst nach einem Jahr- hunderte währenden Streit der Hoheit des hessischen Landgrafen beugten.

Wie so viele Dörfer hatte auch Rödgen im 17. Jh. unter Krieg und Pestepidemien zu leiden. Der Strukturwandel ab der Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte die Lebens- gewohnheiten der zumeist bäuerlichen Einwohner: 1869 wurde die an Rödgen vorbei- führende Bahnlinie Gießen - Grünberg eingeweiht. Die Gründerjahre bescherten den Bauern Arbeitsmöglichkeiten in der nahe gelegenen Stadt Gießen.

Bedeutsam war auch die Ansiedlung der Zigarrenfabrik Rinn & Cloos um 1900 und der Bau des Gießener Flughafens ab 1925. Heute befindet sich dort das US-Depot. Nördlich des Depots gibt es heute noch einen kleinen Segelflugplatz, der aber schon zur Gemar- kung Wieseck gehört.

In den 30er Jahren und nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl Rödgens an, bedingt durch die Aufnahme vieler Flüchtlinge. (Text: Tilmann Lochmüller)

Rödgener Bevölkerungsentwicklung (Jahr = Einwohner):
1830 = 399 / 1935 = 775 / 1941 = 839 / 1954 = 1283 / 1963 = 1404 / 1987 = 2029 / 1990 = 2159 / 2002 = 2018 / 2003 = 1995 / 2004 = 1991 / 2005 = 1980 / 2006 = 1957

Weitere Hinweise zur Rödgener Geschichte in der Zeitspanne des 19. und frühen 20. Jahrhunderts können dem vom Förderverein Heimatmuseum Rödgen herausgegeben Bildband

"Beiträge zur Rödgener Ortsgeschichte"


von Helmut Bellof, entnommen werden.

Das interessante Buch kann durch Dieter Geißler (42120), Otto Wagner (44909) und die Verwaltungsstelle Rödgen (42212) bezogen werden und kostet 6,00 €.
 

Heimatmuseum


Das Rödgener Heimatmuseum befindet sich in der oberen Etage des Bürger- hauses und wird durch den "Förderverein Heimatmuseum Rödgen" betrieben. Besichtigungen können nach Abstimmung mit den u. a. Kontaktper- sonen vereinbart werden.

In derzeit 6 Räumen sind Museums- gegenstände, die einen Einblick in das dörfliche Leben der jüngeren Rödgener Vergangenheit gewähren, aufgestellt.

Zu sehen ist eine Küche, eine Wohn- stube, eine Schlafstube und ein Friseursalon aus den früheren Jahren des letzten Jahrhunderts. Es ist aber auch ein großer Raum vorhanden, der im Winterhalbjahr 2007/08 neu untergliedert wurde. Im Eingangsbereich befinden sich Darstellungen zur historischen Gemeinde mit den Themen: Bürgermeisterei, Post, Friedhof, Militär, Feuer- wehr, Eisenbahn, Schule, Kindergarten und Hebammenwesen.
Die größte Fläche des Raumes ist dem Thema Arbeit und Beruf in Rödgen gewidmet. Im Mittelpunkt steht als Blickfang das < Rad der Arbeit >, das die gewaltigen Veränderungen der dörflichen Arbeitswelt durch die Nennung der damaligen Berufe präsentiert.

Ein Raum für landwirtschaftliche Großgeräte ist im ehemaligen Spritzenhaus in der Struth- straße noch im Werden.

Kontakte: Prof. Dieter Kraushaar, Tel. 0641-47631 und Dieter Geißler, Tel. 0641-42120.


Stand: 22.03.2008
 

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